Der Senstick – ein solider Klimasensor für den Outdoor-Betrieb

Schon zu Beginn der Zeit, in der ich mich mit LoRa beschäftige, fiel mir der Senstick auf. Sein einfaches und geradliniges Design prädestiniert ihn zum Einsatz im Garten, in einem Bereich, wo man ihn nicht verstecken muss. Die erfassten Werte – Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck entsprechen den Regelwerten von Klimasensoren. Als besonderen Vorteil empfinde ich, dass der Senstick mit 2 AAA-Batterien betrieben wird, was zusammen mit der Überwachung der Batteriespannung für einen sicheren und besonders günstigen Betrieb sorgt. Hier habe ich inzwischen schon Sensoren kennen gelernt, welche entweder den Wechsel der Batterie gar nicht zuließen oder spezielle und damit recht teure Batterien benötigten.

So, kommen wir nun mal zu dem Gerät, welches ich im Rahmen des Early Adopter Programmes direkt bei sensedge kaufte.

Um es vorweg zu nehmen, ein Early Adopter-Programm ist dafür da, die letzten Fehler des Produktes zu finden und zu beheben. Es gab auch einige Kleinigkeiten, jedoch waren dies keine Themen, welche nicht zeitnah durch Tomaz und Luka von sensedge im Rahmen einer Webkonferenz behoben werden konnten. Damit werden diese bei den nächsten Geräten so sicher nicht mehr auftreten. Die Themen bezogen sich auch nicht auf die Hardware sondern bestanden ausnahmslos im Handling der Erstkonfiguration innerhalb der Android-App, welche nun optimiert werden bzw. zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichtes bereits behoben sind.

Aktuell wird der Sensor zusammen mit einem Wetterschutz ausgeliefert, welcher auch eine Wandhalterung mitbringt. Weiterhin ist eine weitere, kleinere Halterung für die Montage des Sensors an geschützten Montageplätzen verfügbar.

Die Lieferung erfolgte mittels DHL und die Teile waren ordentlich verpackt.
Aktuell sind die Geräte durchgetestet und auf eine TTN-Applikation von Sensedge eingerichtet

Als erstes muss die Sensedge Senstick-App aus dem Google Play-Store geladen werden. Die App steht nur für Android-Geräte zur Verfügung und erfordert ein Handy welches NFC unterstützt.

Auch sollte eine recht aktuelle Android-Version am Start sein, die App lief nicht auf meinem alten Android-Blackberry DTEK10 mit Android 6.1. Auf dem Samsung A20 installiert, kann es nun losgehen.

Die NFC-Antenne des Sticks befindet sich auf der Rückseite der PCB hinter den Batterien. Kleiner Tipp, das Lesen und Schreiben des Tags funktioniert auch ohne eingelegte Batterien. Bei mir klappte das sogar besser als mit eingelegten Batterien.

Da der Sensor auf Grund seiner Größe eine recht hohe Packungsdichte aufweist, sind die Kontakte der Batterien nicht die Größten. Im zusammengebauten Zustand werden die Batterien sicher von Gehäuse gehalten, ohne Gehäuse muss man etwas improvisieren. Ich habe einfach etwas Papier und dann einen Streifen Klebeband verwendet um die Batterien zu fixieren. Dieses Provisorium muss man jedoch vor dem Zusammenbau entfernen – zum Einen braucht man es dann nicht mehr und zum Anderen passt der Sensor damit auch nicht in das Gehäuse.

Nun muss nach dem Start der App mittels NFC die aktuelle Konfiguration ausgelesen werden. Im Display wird jeweils eine entsprechende Meldung angezeigt, ob der schreibende oder lesende Zugriff auf den Tag erfolgreich war.

Nach dem erfolgreichen Einlesen stehen dem User die beeinflussbaren Parameter des Sticks zur Verfügung. Im oberen Bereich wird die DEV-EUI, APP-EUI angezeigt, ein weiteres Feld für den APP-Key ist vorhanden. Da mein Gerät bereits getestet war, befanden sich auch Werte im Feld APP-EUI und APP-Key, wobei der APP-Key mit *** maskiert ist.

Im nächsten Schritt muss man sich in der TTN-Konsole eine eigene App einrichten und das Gerät dort anlegen. Dazu benötigt man aus der Handy-App die ausgelesene DEV-EUI.

Im Anschluss kann man in der Handy-App die APP-EUI sowie den APP-Key eintragen. Dabei kann man die Werte direkt aus der TTN-Mobil-App kopieren – aber Achtung, es werden auch die Leerzeichen mit kopiert.

Hier liegt aktuell noch etwas Potential der Handy-App. Kopiert man die Werte 1:1 so in die Felder werden die Leerzeichen mit übernommen und der String am Ende der richtigen Länge abgeschnitten. (Das Thema wurde bereits erkannt und wird in der kommenden Version der Handy-App behoben.)

Da die APP-EUI im Klartext dargestellt, wird fällt dies sofort auf. Der APP-Key ist aktuell noch maskiert – was hinter den Sternchen steht weiß man nicht. Also – App-Key in einen Texteditor oder eine Mail reinkopieren und die Leerzeichen manuell entfernen. Dann diese String in die App kopieren, dann klappt es auch mit dem ersten Join-Request.

Die weiteren Einstellungen können nach eigenem Belieben vorgenommen werden. Aber auch hier gilt: Wer oft viele Werte messen und senden möchte, muss auch öfters Batterien wechseln!

Hat man alle Einstellungen vorgenommen, kann man mit dem Button „Send to Stick“ die Daten via NFC auf den Stick übertragen. Auch hier erfolgt ein Feedback. Da auf Grund der Baugröße des Sensors die NFC-Antenne nicht sehr groß ist, sind in Abhängigkeit vom Smartphone teilweise mehrere Versuche erforderlich, bevor die Meldung „Send to Stick success“ erscheint.

Nun sollte der erste Join in der TTN-App erfolgen. Den Payloaddecoder hat mir Sensedge mit zur Verfügung gestellt – seit dem kommen Messwerte aus unserem Gewächshaus im Garten. Schnell noch die Daten über eine InfluxDB ins Grafana gezaubert, und fertig.

Die Messwerte Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Batteriespannung, Bewegung und Info werden ab diesem Augenblick im eingestellten Intervall übertragen. Wurde im Rahmen der Konfiguration die Bewegungserkennung aktiviert sendet der Node ein Datenpaket sobald er bewegt wird. Die Beschleunigungswerte liegen dabei zwischen 0 und 2G.

Ich werde zu gegebener Zeit diesen Bericht um die Erfahrungen ergänzen, welche sich während des Betriebes des Sensors ergeben haben. Für Rückfragen erreicht Ihr mich auf Twitter unter @thebowmen und  bei TTN Mitteldeutschland.

Steffen

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